Beim Wandern kommt die Seele zu Wort

Wandern holt das Chaos und die Unruhe aus Deinem Kopf. Schau mal, was dann übrigbleibt. Das Hetzen verschwindet aus Deinem Kopf, wenn Du länger zu Fuß gehst. In der Landschaft aufzugehen schafft Möglichkeiten der Vertiefung. Dein Tempo verändert sich. Deine Sinne nehmen anders wahr: Du bekommst wieder Augen für das Wunder der Schöpfung und Deine Verbundenheit mit ihr. Es entsteht (mehr oder neu) Stille – Raum zum Zur-Ruhe-Kommen, aber vielleicht auch Unruhe und Angst vor der Leere. Möglicherweise begegnest Du Deinen eigenen körperlichen Grenzen. In jedem Fall geschieht etwas mit Dir. Es entsteht ein neues Empfinden für Zeit und der geistliche Raum für weiterführende Fragen: Fragen, die über die täglichen Einschläferungen hinaus gehen. Fragen, die mit Sinngebung zu tun haben. Vielleicht sogar mit etwas, das nicht von dieser Welt ist, etwas vom Unnennbaren, von Gott. Von der Ahnung oder vielleicht sogar von der Erkenntnis, dass es mehr geben muss als nur das Materielle. Die Hetze und die Jagd nach dem Materiellen – angetrieben durch die Begierde und das Streben nach immer mehr, besser schöner, schneller, größer und teurer – lässt uns an dem vorbeigehen, was wirklich wesentlich ist. Das Wesentliche ist nicht materiell und ist für die Augen unsichtbar. Was für die Augen unsichtbar ist, berührt uns in der Tiefe, berührt unsere Seele.

Manchmal kann es gut sein, jemand zu haben, mit dem man sich zusammen auf den Weg machen kann und über das Unsichtbare, das Wesentliche ins Gespräch zu kommen, sodass Deine Seele wieder anfängt zu sprechen. Wandern als Sprachrohr der Seele.